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Hervorragender MTL Verdampfer

Geekvape-Z-MTL-Erfahrungen
Persönlicher Erfahrungsbericht Geekvape Z MTL Verdampfer

Lange habe ich auf diesen Verdampfer gewartet. Ursprünglich war das Gerät für Anfang Oktober angekündigt worden, dann wurde das Release immer weiter nach hinten verschoben. Aber nun ist der Geekvape Z MTL Tank in allen erdenklichen Farben erhältlich.

Ich muss zugeben, dass ich seit der ersten Ankündigung nicht gänzlich ohne Hoffnung auf dieses Gerät geschaut habe. Ob der MTL Verdampfer diese Hoffnungen erfüllen kann, lesen Sie in diesem eigenen Erfahrungsbericht.

Ich möchte noch vorausschicken, dass ich zwar mit einer gewissen Hoffnung auf dieses Gerät geblickt habe, Erwartungen hatte ich jedoch keine. Von der Haltung gewisse Erwartungen in Verdampfer zu setzen bin ich mittlerweile abgekommen. Diese differenzierte Sichtweise hat sich sicherlich auch dadurch ergeben, da ich bereits viele neue Geräte getestet habe, um anschließend mit ernüchtertem Blick zurückzuschauen.

Bislang konnte keines der getesteten Geräte meinem persönlichen Referenz-Fertigverdampfer, dem Uwell Whirl das Wasser reichen. Einzig der im letzten Jahr getestete Geekvape Z Nano kam geschmacklich in Reichweite des Whirl. Was mich an dem Gerät allerdings sehr gestört hat, war die Zugregulierung (Air-Flow). Das Gerät hat selbst bei vollständig geschlossener Air Flow einen hohen Luftdurchlass. Menschen die gerne direkt auf Lunge dampfen mag das vielleicht gefallen, ich hingegen bevorzuge eher Backenzüge, bei denen ein gewisser Zugwiderstand zu spüren ist. Deshalb hatte ich mich gefreut als ich die Nachricht bekam, dass Geekvape nun ein zum MTL dampfen optimiertes Gerät auf den Markt bringt.

Der Uwell Whirl ist nicht ohne Grund schon seit Jahren ein „Dauerbrenner“ in den E-Zigaretten-Stores. Geschmacklich legt der Verdampfer die Messlatte sehr hoch und kann mit einem differenzierten, klaren Geschmack aufwarten. Auch verarbeitungstechnisch gab es bislang eher wenig zu meckern. Seit einiger Zeit lässt sich die angeschraubte Base des Geräts im Auslieferungszustand schlecht lösen. Diese Tatsache ist wohl der in der neueren Version anders verbauten Gummidichtung geschuldet. Der Tank lässt sich aber in den meisten Fällen mit etwas Kraftaufwand öffnen, um den eingebauten 1.8 Ohm Kopf gegen den 0.6 Ohm Kopf zu tauschen. Es empfiehlt sich, die Dichtung mit etwas Liquid einzuschmieren, bevor die Base wieder zugeschraubt wird, denn dadurch lässt sich der Verdampfer beim nächsten anstehenden Coil-Wechsel leichter öffnen. Außerdem neigt das Gerät neuerdings leider zum Siffen (tropfen), was die Vermutung nahe legt, dass an den Verdampferköpfen etwas verändert wurde. Diese Problematik ist in früheren Jahren nie aufgetreten. Mag auch sein, dass es an der gelieferten Charge der Verdampferköpfe liegt. Uwell hat allerdings in der Vergangenheit eine stets gleichbleibend gute Qualität geliefert.

Was mich aus technischer Sicht schon immer ein wenig am Uwell gestört hat, ist die Tatsache, dass ausschließlich die 0.6 Ohm Coils in Verbindung mit den E-Pfeifen eine gute Dampfentwicklung entfalten. Die niederohmige Doppelspule liefert ohne Zweifel einen sehr guten Geschmack, ist auch gut zum restriktiven Lunge-Dampfen geeignet, aber sie belastet den Akku der Pfeifen recht stark. Das lässt sich zwar durch Auswahl eines entsprechenden Akkus (18650) kompensieren. Für die kleineren 18500er Akkus ist das aber stets eine echte „Herausforderung“, zumal die Akkus in den meisten Fällen eine geringere Kapazität besitzen. Das funktioniert zwar alles, ich bin aber aus verschiedenen Gründen der Meinung, dass die Zellen nur so stark belastet werden sollten wie eben nötig. Das spart in jedem Fall Ressourcen.

Ich möchte den Uwell Whirl keinesfalls schlecht reden. Er war und ist (von den neuerdings auftretenden Malaisen mal abgesehen)  nach wie vor ein guter Verdampfer.

Um das Resümee vorwegzunehmen: Obwohl es sich um unterschiedliche Hersteller handelt, würde ich den Geevape Z MTL Tank als Weiterentwicklung des Uwell Whirl bezeichnen, und zwar aus folgenden Gründen:

 

  • Verarbeitung: Die Verarbeitung des Geekvape Z MTL ist tadellos. Über das Design des eingravierten Buchstabens lässt sich sicherlich streiten.
  • Das mitgelieferte Drip Tip sitzt trotz Doppel O-Ringen etwas locker, aber das halte ich für nicht sonderlich dramatisch. Dass die Geräte stets Fertigungstoleranzen aufweisen ist kein neues Geheimnis. Der Anschluss hat sich zwar inoffiziell durchgesetzt, ist aber eben nicht genormt und unterliegt somit keinen Toleranzvorgaben die Fertigung betreffend.
  • Der Tank wird von oben befüllt. Dazu wird die Top-Cap eine viertel Umdrehung entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, um diese zu öffnen. Die Top-Cap sitzt fest auf dem Tank, lässt sich zum Befüllen aber leicht öffnen und schließen.
  • Um die Verdampferköpfe zu tauschen, muss die untere Base des Geräts abgeschraubt werden. Die Base sitzt fest, lässt sich aber ebenfalls gut öffnen und schließen.
  • Die Verdampferköpfe lassen sich durch ein einfaches Stecksystem in den Verdampfer einstecken.  Im Gegensatz zu anderen Geräten, bei denen sich schon manch einer die Fingernägel abgebrochen hat, lassen sich die Verdampferköpfe einigermaßen gut greifen.
  • Die Verdampferköpfe besitzen großzügig ausgesparte Öffnungen. Somit ist der Liquidfluss (insbesondere bei dickflüssigen Liquids) gewährleistet.
  • Die in dem Gerät verbaute Top-Air Flow (Zugregulierung) ist leichtgängig, aber nicht locker. Dadurch ist der Einstellring gut justierbar.
  • Entgegen den Erwartungen lässt sich die aus nur drei Löchern bestehende Top-Air Flow gut einstellen. Der „Lochabstand“ ist dabei so gewählt, dass man auch genauer „dosieren“ kann, um einige Löcher nur halb zu öffnen. Die Löcher sind  überraschend groß, das sollte aber keinesfalls abschrecken.
  • Bei drei geöffneten Luftlöchern sind Lungenzüge mit leichtem Widerstand (restriktiv) möglich.
  • Bei einem geöffneten Loch ist der Zugwiderstand deutlich zu spüren, ohne aufdringlich zu werden. MTL Dampfen (Mund-zu Lunge bzw. Backenzüge) ist damit sehr gut möglich. Ich würde den Zug als „sanft“ bezeichnen. Die Zuggeräusche sind in dieser Einstellung angenehm und kaum wahrnehmbar.
  • Wer ein noch strammeres Zugverhalten bevorzugt, hat die Möglichkeit, die Airflow vollständig zu schließen. Dies entspricht zwar noch nicht dem bekannten „Tennisball durch Gartenschlauch saugen“,  ermöglicht aber bereits Züge mit erheblichem Zugwiderstand.
  • Durch die Top-Airflow ist der Verdampfer auslaufsicher. Ich selbst nutzte bereits seit längerem einen Selbstwickelverdampfer mit Top-Air Flow und möchte diese Sicherheit nicht mehr missen. Es mag zwar im Grunde genommen nur eine Kleinigkeit sein, aber es ist schon sehr angenehm, die Pfeife einfach ablegen zu können ohne befürchten zu müssen, dass der Verdampfer den Tischläufer voll tropft. Außerdem kann das Gerät bedenkenlos mitgenommen werden.
  • Köpfe: Bislang habe ich ausschließlich den 1.2 Ohm Kopf getestet. Diese befinden sich seit drei Tagen im Dauereinsatz mit einem dickflüssigen 70/30 Liquid. Bislang weder kokeln noch blubbern. Auch konnte ich keine Geschmacksveränderung feststellen. Der Kopf hat keinen Eigengeschmack.
  • Dampfleistung: Enorm was der hochohmige Coil mit seinem 1.2 Ohm da von sich gibt. Ich würde die Dampfentwicklung dem Uwell ähnlich bezeichnen, vielleicht ist sie sogar etwas höher. Ausreichend ist sie in jedem Fall.
  • Akkuverbrauch: Zum Verbrauch lässt sich natürlich keine pauschale Aussage treffen, schließlich hängt der Verbrauch vom eigenen Dampfverhalten ab. Getestet habe ich dabei mit einer kleinen 18500er Pfeife und den neuen Keeppower Akkus (2300mAh). Damit konnte ich über zwei Abende etliche Stunden „dauerdampfen“ ohne die Befürchtung haben zu müssen, der Akku könnte jeden Moment leer sein. Durch den, im Vergleich zum Uwell Whirl, doppelt so hohen Widerstand der 1.2 Ohm Köpfe halbiert sich die Stromaufnahme.
  • Geschmack: Da ist er wieder, der „gewohnte Geschmack“ des Uwell Whirl: klar und differenziert. Ich bin zwar kein Freund komplexer Liquid-Kreationen und bevorzuge eher Liquids mit nur einem Aroma. Zum Test habe ich dann aber eine bevorzugte und des Öfteren verwendete Liquidkomposition herangezogen. Dadurch lässt sich vergleichen, wie differenziert der Geschmack dann auch tatsächlich ist. Jedes einzelne Aroma der Komposition ließ sich gut herausschmecken und konnte entsprechend zugeordnet werden. 

Persönliches Fazit: Solides Gerät, hervorragender Verdampfer,  würdiger Nachfolger des Uwell Whirl  (Wäre schön, wenn ich nach diesem Artikel von dem Hersteller gesponsert würde, das wird aber vermutlich nicht passieren …)

Wo liegt der Haken?

Außerdem wäre es schön, wenn es mal eine Sache völlig ohne Haken gäbe, aber dem ist leider auch in diesem Fall nicht so.

Ich persönlich halte diese Dinge für „verschmerzbare Kleinigkeiten“, die durch die oben beschriebenen Vorzüge mehr als wieder wett gemacht werden. Dennoch möchte ich diese nicht unerwähnt lassen:

 

Als nachteilig empfinde ich das Tankglas, dass sich bedauerlicherweise nicht, wie bei anderen Verdampfern üblich, wechseln lässt. Die Bruchgefahr dürfte aber eher gering sein,  da sich das Glas in einem „Metallkäfig“ befindet. Mein Selbstwickler, der Expromizer V5, ist mir beim Hantieren in der Werkstatt schon ein paar mal zu Boden gefallen. Bis auf „leichte Blessuren“ am Gehäuse ist bislang nie etwas zu Bruch gegangen. Da das Gerät ein ähnliches Design aufweist, ist davon auszugehen, dass sich der Geekvape Z MTL Tank ganz ähnlich verhält.  Das Glas ist jedenfalls sehr gut geschützt.

 

Dem ein oder anderen „Hardcore MTL Fan“ könnte die Air-Flow vielleicht etwas zu ungenau sein. Insbesondere Einsteigern dürften die möglichen Einstellungen aber völlig ausreichen. Die Genauigkeit der Einstellungen ist mit denen des Uwell Whirl vergleichbar. 

Die Dampfentwicklung des Geräts ist wirklich enorm. Das könnte ebenso ein Kriterium sein, das manche Menschen abschreckt, aber gerade in Bezug auf die Fertigverdampfer kann man es halt nicht jedem recht machen. Wer Wert auf spezielles „Feintuning“ legt, sollte besser zum Selbstwickler greifen. 

Designtechnisch gefällt mir die gewölbte Topcap nicht so gut. Das mag bei Verwendung von „Standard Drip-Tips“ zwar weniger eine Rolle spielen. Steckt man hingegen ein Pfeifenmundstück auf, so ist das Ganze etwas anders gelagert, denn:

Dabei entsteht ein „Spalt“ zwischen Top-Cap und Mundstück-Unterseite wie auf dem Foto zu sehen. Mich persönlich stört dies nicht sonderlich, ich weiß aber, dass es Menschen gibt, die dies als störend empfinden könnten.

pfeifenmundstueck-luftspalt-auf geekvape-verdampfer
Luftspalt Topcap-Pfeifenmundstück

Deshalb werden wir in der E-Pfeifen Manufaktur zukünftig ein Distanzstück anbieten, das einfach aufgesteckt werden kann, um diesen Luftspalt zu überbrücken. Das Teil befindet sich momentan in der Fertigung und ist genau an die Topcap des Verdampfers angepasst. Als Idee werden wir mitunter verschiedene Farben des Distanzstücks fertigen. Dadurch lassen sich (sofern gewünscht) zusätzliche farbige Akzente setzen. Es wäre auch denkbar, die Mundstücke speziell an den Verdampfer anzupassen. Dies hätte dann aber zum Nachteil, dass diese ausschließlich mit dem Gerät kompatibel wären und nicht auf anderen Geräten genutzt werden könnten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Stefan Bagus (Sonntag, 21 November 2021 13:00)

    Super Bericht. Danke für deine Erfahrungswerte. Hoffentlich klappt es bald mit dem Pfeifchen.