Herstellung E Pfeifen-Mundstücke

Mundstücke sind auch bei E-Pfeifen so etwas wie das Salz in der Suppe.

e-pfeifen-mundstuecke-fertiggestellt

Klar-ohne funktionieren sie natürlich ebenfalls, aber es ist eben doch das gewisse i-Tüpfelchen und sie gehören einfach dazu. 

Wir gewähren Ihnen einen kleinen Einblick in die Herstellung unserer Pfeifen-Mundstücke.

Kurzer Disclaimer:

Verdampfer werden in der Regel mit einem passenden 510er-Mundstück (Drip-Tip) geliefert. Diese sind meistens aus Kunststoff und rund gearbeitet.   

Obwohl auch ein alternatives, rundes Metall-Drip-Tip die Feuerfunktion bei Lippenberührung ermöglicht, so schaut es ästhetisch betrachtet eher wie eine Kompromisslösung aus. Geschmacklich und haptisch offenbaren sich ebenfalls Unterschiede.  Zu einer „richtigen Pfeife“ gehört eben einfach das entsprechende Pfeifen-Mundstück.


Aus diesem Grund haben wir uns vor einige Jahren dazu entschlossen, eigene Mundstücke herzustellen und diese aus speziellem Hochtemperatur-Epoxidharz zu gießen. Bedauerlicherweise hat der Hersteller des Harzes die Zusammensetzung (Rezeptur) des Harzes verändert, was zu unüberwindbaren Schwierigkeiten führte. Der Ausschuß lag zuletzt bei untragbaren 90 %.

Auf der Suche nach Alternativen sind wir bei den Mundstücken von Tabakpfeifen fündig geworden. Diese Acryl-Rohlinge gibt es in verschiedenen Formen, Längen und Farben. Mundstücke aus natürlichen Rohstoffen wie Ebonit/Kautschuk scheiden aufgrund der Materialeigenschaften leider aus. 

Es werden in erster Linie Sattelmundstücke verwendet. Verlaufsmundstücke sind wegen des Luftspalts am Verdampfer eher ungeeignet und bei Mundstücken mit Lippenbiss lässt sich keine Kontakthülse montieren.

Die Rohlinge stammen in der Regel aus Italien und besitzen eine Rauchkanal-Standard-Bohrung von 3 mm.

Wie der weitere Herstellungsprozess abläuft, möchten wir Ihnen im Folgenden zeigen.


510 Anschluss und Lippenkontakt bohren. 

Zunächst wird der 510er-Anschluss und das Loch für den Lippenkontakt gebohrt. Genauer gesagt wird nicht gebohrt, sondern gefräst. Fräsen bietet gegenüber Bohren den Vorteil, dass sich die Gefahr des Reißens deutlich verringert.  Zudem ist es möglich, den für die Anschlüsse benötigten Versatz einzufräsen. 

Auf folgendem Bild sehen Sie die Aussparung des 510er-Anschlusses.  Wie bereits geschrieben, wird das Loch für den Lippenkontakt ebenfalls gefräst. In beiden Fällen ist eine genaue Ausrichtung des Werkstücks (Mundstücks) notwendig. 

mundstueck-510-anschluss-aussparung

Gewinde schneiden

Da der 510er-Anschluss in das Mundstück eingeschraubt wird, wird anschließend ein entsprechendes Gewinde in den Rohling geschnitten. 

mundstueck-510-anschluss-gewinde-schneiden

Mundstück konisch drehen

Da die meisten Verdampfer heute keine ebene Fläche an der Oberseite (Top-Cap) besitzen und somit beim Aufstecken des Mundstücks ein unschöner Luftspalt entsteht, wird der Rohling an der Drehbank konisch gedreht. 

So sieht der zur Montage vorbereitete Mundstück-Rohling aus:

mundstueck-rohling-vorgearbeitet

Biegen

Der vorbereitete Rohling wird in Form gebracht und gebogen. Dabei wird auch der gewünschte Anstellwinkel der jeweiligen Pfeife berücksichtigt. Zum Biegen wird ein regelbarer Heißluftfön verwendet. 

mundstueck-biegen-mit-heißluft

Montage

An den gebogenen Rohlingen wird anschließend der 510er Steckanschluss und der Lippenkontakt montiert. Zur Verbindung der beiden Kontakte wird ein thermisch resistenter und lack-isolierter Kupferdraht verwendet. Um eine leitfähige Verbindung herzustellen, werden die Drahtenden von Lack befreit. 

mundstueck-einbau-510-kontakte

Polieren

Die fertig montierten Mundstücke werden jetzt vor-poliert und anschließend auf Hochglanz poliert. Dazu verwenden wir zwei unterschiedliche Polierpasten, unterschiedliche Scheiben und Drehzahlen. 


Endergebnis

Jedes Mundstück durchläuft diesen Prozess, egal ob kurz, lang, Schwarz, Tortuga etc.